Sa, 21.3.26, 20–22 Uhr, Festsaal, Neues Rathaus, Martin-Luther-Ring 4-6 , 04109 Leipzig
Das Podium lädt dazu ein, über Hoffnung, Verantwortung und die Kraft der eigenen Handlungsmöglichkeiten zu diskutieren. Gemeinsam entsteht ein inspirierendes Gespräch über die Zukunft, die wir gestalten wollen – mit Mut, Fantasie und einem klaren Blick für das, was wirklich zählt.
Die Psychotherapeutin Vera Kattermann zeigt in ihrem Buch „Auf dem Sonnendeck der Titanic?“, wie Zukunftsfähigkeit in unserer Gesellschaft funktioniert. Dafür entwirft sie eine neue Form der gemeinschaftlichen Zukunfts- und Hoffnungsarbeit, die nach dem Möglichen fragt und sich kritisch den bewussten und unbewussten Hindernissen stellt.
Im Buch „Die Welt gewinnen“ begibt sich Kathrin Hartmann auf eine Reise in den globalen Süden. Kathrin Hartmann hat die mutigen Menschen getroffen, die sich in David-gegen-Goliath-Momenten erfolgreich gegen Energiekonzerne, Agrar-Multis und die Textilindustrie gewehrt haben. Sie zeigt, wie es möglich ist, die Zukunft trotz widrigster Umstände selbst zu gestalten und sich durch Rückschläge nicht entmutigen zu lassen.
„Das Blaue vom Himmel“ von Magdalena Schrefel erzählt davon, wie sich Veränderungen von historischer Tragweite im Persönlichen spiegeln. Von Verlusten und Abschieden – und vom Bewahren der Dinge, die uns kostbar sind, von Menschen, die wir lieben.
Die Essaysammlung „Was wir meinen, wenn wir Hoffnung sagen“ versammelt Stimmen, die alle etwas anderes meinen, wenn sie »Hoffnung« sagen – die sich ergänzen, widersprechen, herausfordern und gemeinsam eine Vision von Zukunft entwerfen. In persönlichen Beiträgen, u. a. von Marc-Uwe Kling, Cornelia Funke, Raúl Krauthausen oder unserer Gästin Pheline Roggan, verraten die Autor*innen, was sie den Krisen unserer Zeit entgegensetzen.
Moderation: Michaela Koschak
Vera Kattermann ist niedergelassen als Einzel- und Gruppenanalytikerin in Berlin. Als Lehranalytikerin, Supervisorin und Dozentin lehrt sie an der Arbeitsgemeinschaft für Psychoanalyse und Psychotherapie Berlin e.V. und in verschiedenen gruppenanalytischen Ausbildungskontexten. Ihr wissenschaftlicher Arbeitsschwerpunkt liegt im Spannungsfeld von Psychoanalyse, Kulturtheorie und Gesellschaftskritik.
Kathrin Hartmann ist seit 2009 freie Journalistin und Buchautorin. Ihre Bücher „Aus kontrolliertem Raubbau“ und „Die grüne Lüge“ sind im Blessing Verlag erschienen. Hartmann schreibt für den Freitag, die Frankfurter Rundschau und die Süddeutsche Zeitung. Zuletzt erschien ihr Buch „Öl ins Feuer: Wie eine verfehlte Klimapolitik die globale Krise vorantreibt“ bei Rowohlt (2024). Kathrin Hartmann lebt und arbeitet in München.
Magdalena Schrefel, 1984 geboren, studierte Europäische Ethnologie in Wien und Literarisches Schreiben in Leipzig. Sie schreibt Theaterstücke, Hörspiele und Erzählungen, für die sie vielfach ausgezeichnet wurde, zuletzt mit dem Robert Walser-Preis 2022 für ihren Erzählungsband „Brauchbare Menschen“.
Pheline Roggan arbeitet als Schauspielerin für Film und Fernsehen, spielt Theater, hält Lesungen und wirkte als Autorin und Moderatorin bei der ARD Serie „Wir können auch anders“ mit. Ihre Reichweite nutzt sie, um sich für Klimagerechtigkeit, Gleichberechtigung und Demokratie einzusetzen. Als Co-Initiatorin der Initiative Changemakersfilm engagiert sie sich dafür, die Filmbranche nachhaltiger zu gestalten.

Eine Veranstaltung der Klimabuchmesse im Rahmen von Leipzig liest.
Die Veranstaltung findet im Festsaal, Neues Rathaus, Martin-Luther-Ring 4-6 , 04109 Leipzig statt. Hier gibt es eine Übersicht zur Anreise.
Zu den Büchern:

Die krisenhafte Gegenwart ruft in vielen Menschen dystopische Zukunftsängste hervor. Weltuntergangsfantasien als archaische Ängste vor dem Zusammenbruch, vor dem Ende aller existenziellen Verbindungen, überschatten die Suche nach gesellschaftlicher Zukunftsfähigkeit. In ihrem Gedankenexperiment fragt Vera Kattermann, ob wir aktuelle gesellschaftspolitische Kontroversen besser verstehen, wenn wir uns als Passagiere an Bord der Titanic sehen – Passagiere, die aufgefordert sind, drohende Gefahren abzuwenden, die Abläufe an Bord neu zu regeln, und trotz Krisengefühlen Transformation zu wagen. Sie entwirft eine neue Form der gemeinschaftlichen Zukunfts- und Hoffnungsarbeit, die nach dem Möglichen fragt und sich kritisch den bewussten und unbewussten Hindernissen stellt. Denn auch für düstere Szenarien gibt es ein Danach, eine dann neu zu gestaltende Welt.
Vera Kattermann: Auf dem Sonnendeck der Titanic? Nachdenken über gesellschaftliche Zukunftsfähigkeit, Psychosozial-Verlag, 2025. 162 Seiten. 22,90 Euro.

Sie haben toxische Fabriken verhindert, Flüchtlingen ein Zuhause gegeben und Industriearbeitende mit der Klimabewegung vereint. Mit Solidarität und Einfallsreichtum haben sie den Mythos widerlegt, dass der Einzelne machtlos ist und Veränderungen immer von »oben« kommen müssen. Kathrin Hartmann hat die mutigen Menschen getroffen, die sich in David-gegen-Goliath-Momenten erfolgreich gegen Energiekonzerne, Agrar-Multis und die Textilindustrie gewehrt haben. Sie erzählt vom Mut und der Stärke von Aktivistinnen und Aktivisten, die im globalen Süden, aber auch in Europa und Deutschland, das Leben ihrer Mitmenschen verbessern und berichtet von Graswurzelbewegungen, die mit globaler Perspektive soziale und ökologische Probleme aktiv und erfolgreich angehen. Sie zeigt, wie es möglich ist, die Zukunft trotz widrigster Umstände selbst zu gestalten und sich durch Rückschläge nicht entmutigen zu lassen – und warum wir immer Alternativen haben und was wir tun müssen, damit diese Wirklichkeit werden.
Kathrin Hartmann: Die Welt gewinnen. Mutig statt machtlos. Wie Menschen weltweit etwas bewirken, und was wir von ihnen lernen können. Ludwig Verlag, 2025. 304 Seiten. 20 Euro.

Was, wenn es die Möglichkeit gäbe, die Erde abzukühlen, der Himmel dadurch aber nie wieder blau wäre? Hannah arbeitet an einer Ausstellung mit, die dieses Blau bewahren soll, kurz bevor eine globale Geoengineering-Maßnahme in Kraft treten wird. Durch die in die Stratosphäre geschossenen Schwefelpartikel wird sich das Sonnenlicht anders brechen, Meere und Flüsse werden verblassen, und der blaue Planet wird sich milchig grau färben. »Kannst du das Blaue beschreiben?«, fragt Hannah die Menschen, denen sie mit ihrem Aufnahmegerät gegenübersitzt: eine Filmemacherin, einen Botaniker, ihre ältere Schwester Vera. Immer tiefer taucht Hannah in die Erinnerungen der anderen ein, die am Tag der Ausstellungseröffnung in einem Raum zusammenfinden. Und plötzlich steht da auch Jakob, Hannahs Vater. Auch er hat eine Geschichte zu erzählen, über die die beiden bisher nie gesprochen haben.
Magdalena Schrefel Das Blaue vom Himmel. Suhrkamp, 2026. 268 Seiten. 24 Euro.

Zwischen Krisen, Kriegen, Hitze und Hetze scheint es gerade nur noch bergab zu gehen. Worauf können wir in diesen Zeiten noch hoffen? Und vor allem: Wie kommen wir da wieder raus? Hoffnung ist so vielfältig wie die Menschen, die nach ihr suchen. Deshalb versammelt dieses Buch Stimmen, die alle etwas anderes meinen, wenn sie »Hoffnung« sagen – die sich ergänzen, widersprechen, herausfordern und gemeinsam eine Vision von Zukunft entwerfen. In persönlichen Essays verraten die Autor*innen, was sie den Krisen unserer Zeit entgegensetzen. Sie alle eint ein reflektierter und konstruktiver Blick auf die Gegenwart, genauso wie der Mut zu handeln. Denn am Ende beginnt Hoffnung dort, wo wir uns zusammentun und unsere Geschichten erzählen.
Julien Gupta (Hrsg.): Was wir meinen wenn wir Hoffnung sagen. Mutige Perspektiven auf die Krisen unserer Zeit. oekom, 2026. 208 Seiten. 19 Euro.
Wir sind ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Leipzig, der die Klimabuchmesse ehrenamtlich auf die Beine stellt. Wir sind nicht kommerziell und bringen eine großen Portion Liebe zu Büchern und einer klimagerechten Zukunft mit. Dafür benötigen wir jedoch finanzielle Unterstützung. Bitte hilf uns mit einer Spende, damit wir allen Interessierten auch weiterhin eine spannende Klimabuchmesse anbieten können.
