Sa, 21.3.26, 11–13:30 Uhr, Start: Clara-Zetkin-Denkmal am Herzliyaplatz (Johannapark)

In Kooperation mit der Klimabuchmesse laden der NABU Leipzig und der Verhaltensbiologe und Autor Niklas Kästner zu einem besonderen Hör- und Lesespaziergang durch den südlichen Leipziger Innenstadtbereich ein. Die gemeinsame Veranstaltung verbindet Stadtnatur, Artenschutz und aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse über die Anpassungsfähigkeit – und die Grenzen – unserer Tierwelt im Zeitalter des Menschen.

Der Hörspaziergang des NABU Leipzig richtet den Blick auf die Natur mitten in der Stadt: auf Parks, Freiflächen, Gewässer und Gebäude, die für viele Wildtiere überlebenswichtig sind. An sieben Stationen im Innenstadtbereich – Startpunkt ist der südliche Eingang des Johannaparks (Clara-Zetkin-Denkmal am Herzliyaplatz) – werden verschiedene Aspekte der Stadtnatur mit ihren Herausforderungen, Gefahren und Chancen beleuchtet, die zeigen, wie es um die Stadtnatur in Leipzig steht. Thematisiert werden unter anderem die Auswirkungen moderner Stadtentwicklung und Stadtgestaltung auf heimische Arten durch den Verlust von Lebensräumen und Nahrungsquellen.

Dabei bleibt es nicht bei nüchternen Fakten. Der NABU Leipzig wirft auch kritische Blicke auf politische und planerische Entscheidungen und zeigt auf, warum die Bedürfnisse von Tieren und Pflanzen in der Stadt noch immer viel zu wenig Beachtung finden. Gleichzeitig macht der Spaziergang Mut: An den einzelnen Stationen werden konkrete Möglichkeiten vorgestellt, von praktischen Naturschutzprojekten bis zu einfachen Maßnahmen, mit denen alle im eigenen Umfeld aktiv werden können.

Inhaltlich ergänzt wird der Hörspaziergang durch Impulse aus dem neu erschienenen Buch „Tierwelt am Limit – Die erstaunlichen Anpassungsstrategien der Wild- und Haustiere und ihr Scheitern im Anthropozän“ von Norbert Sachser und Niklas Kästner. Das Buch ist ein eindringlicher Weckruf und zugleich eine faszinierende Beschreibung dessen, wozu Tiere fähig sind. Wild- und Haustiere erweisen sich als wahre Meister der Anpassung: Kakadus lernen Mülltonnen zu öffnen, Schweine befreien Artgenossen mithilfe überraschend kluger Strategien, Fische entwickeln regelrechte „Superkräfte“, um Umweltgiften zu trotzen.

Doch so erstaunlich diese Fähigkeiten sind, sie haben Grenzen – und diese werden im Anthropozän immer häufiger erreicht. Wildtierbestände schrumpfen, Arten sterben aus, und auch Haustiere leiden unter extremen Haltungsbedingungen und fragwürdigen Zuchtzielen. Sachser und Kästner zeigen auf dem neuesten Stand der Wissenschaft, wie dramatisch sich Lebensräume verändern und warum viele Anpassungsleistungen der Tiere langfristig nicht ausreichen werden.

Der Hör- und Lesespaziergang verbindet diese globalen Erkenntnisse mit der lokalen Situation in Leipzig. Und er lädt dazu ein, die Stadt aus einer anderen Perspektive zu betrachten: nämlich aus der der Tiere, die hier ebenso ihren Lebensraum haben wie wir Menschen. Gleichzeitig macht dieser Spaziergang deutlich, dass wir nur als Gemeinschaft dafür sorgen können, dass auch zukünftige Generationen intakte (Stadt)Natur erleben können.

Oder, wie es Norbert Sachser und Niklas Kästner formulieren: „Es führt kein Weg daran vorbei, unseren Umgang mit der Natur radikal zu verändern, wenn wir die natürliche Vielfalt auf unserem Planeten erhalten wollen.“

Diese Veranstaltung findet in Kooperation mit dem NABU Leipzig statt.

Eintritt frei

Eine Veranstaltung der Klimabuchmesse im Rahmen von Leipzig liest.

Die Veranstaltung startet am Clara-Zetkin-Denkmal am Herzliyaplatz (Johannapark). Hier gibt es eine Übersicht zur Anreise.

Zu den Büchern:

Ein eindringlicher Weckruf und eine faszinierende Beschreibung dessen, was Tiere können

Wild- und Haustiere sind wahre Meister der Anpassung an veränderte Umweltbedingungen. Mit vielen fesselnden Beispielen zeigen die renommierten Verhaltensforscher Norbert Sachser und Niklas Kästner, wie ihnen das gelingt. Aber sie zeigen auch die Grenzen dessen auf, was die Tierwelt aufzubieten vermag, um den gewaltigen Herausforderungen im Zeitalter des Menschen etwas entgegenzusetzen.

Ob Löwe, Meise oder Schmetterling, ob Hund, Katze oder Schwein: Wildtiere und auch Haustiere können sich überraschend gut an veränderte Umweltbedingungen anpassen. Und oft auch überraschend schnell, wie man heute weiß: Kakadus lernen, Mülltonnen zu öffnen, um an Nahrung zu gelangen; Schweine können ihre Artgenossen mithilfe schlauer Tricks aus der Gefangenschaft befreien; Fische entwickeln «Superkräfte», um Umweltgiften zu widerstehen.

Doch solche Anpassungen haben ihre Grenzen – und sie werden immer öfter erreicht. Wildtierbestände schrumpfen, Arten sterben aus; Tiere in den Ställen und im Haus erfahren massives Leid. Norbert Sachser und Niklas Kästner erläutern auf dem neuesten Stand der Wissenschaft, wie dramatisch der Lebensraum von Wildtieren im Zeitalter des Menschen verändert wird und Haustiere durch extreme Haltungsbedingungen und fragwürdige Zuchtziele ein Leben fristen, das ihren komplexen Bedürfnissen keinesfalls gerecht wird.

«Es führt kein Weg daran vorbei, unseren Umgang mit der Natur radikal zu verändern, wenn wir die natürliche Vielfalt auf unserem Planeten erhalten wollen.» Norbert Sachser und Niklas Kästner

Norbert Sachser, Niklas Kästner: Tierwelt am Limit. Die erstaunlichen Anpassungsstrategien der Wild- und Haustiere und ihr Scheitern im Anthropozän. Rowohlt, 2026. 304 Seiten. 26 Euro.

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