Fr, 20.3.26, 20–21:30 Uhr, Deutsches Buch- und Schriftenmuseum der Deutschen Nationalbibliothek, Deutscher Platz 1, 04103 Leipzig

Wie wäre es, wenn wir uns wieder öfter zuhören, nach dem Verbindenden suchen? Was können wir voneinander, was von der Natur lernen? Was wird möglich, wenn wir uns auf von Indigenen geprägtes Wissen einlassen? Wenn wir mit unserer Lebenswelt in Verbindung gehen? Wenn wir nicht-menschliches Leben als gleichberechtigt ansehen, uns Menschen als Teil lokaler Ökologien betrachten? Welche Möglichkeiten erwachsen daraus, gemeinsam Zukunft zu gestalten? Eine Zukunft, in der wir uns nicht einsam fühlen, sondern in der wir, neben den Menschen, verbunden sind mit all den Lebewesen um uns herum – ohne Esoterik, sondern ganz echt.
Gemeinsam begeben wir uns auf die Suche nach einer neuen Sprache und nutzen die Kraft des Humors, um neue Wege zu gehen, in eine Zukunft, die wir gemeinsam gestalten: Eine Zukunft, in der Platz für alle ist – für ein gutes Leben.
Sebastian 23 macht sich in seinem neuen Buch „Zusammenhaltestelle. Die Kraft des WIR“ für den Zusammenhalt stark. Jede*r Einzelne wird gebraucht im respektvollen Diskurs mit Andersdenkenden und dem Ringen um ein Miteinander. Leonhard F. Seidl bringt die Perspektive der Naturbeobachtung in „Beim Anschüren des Eisvogels. Nature Writing oder vom Schreiben aus dem Gelände“ in die Diskussion ein. In Nationalparks und Orten natürlicher Schönheit entstanden seine Texte, die Natur und Menschsein zusammen denken und in denen sich die Grenzen zwischen den Staaten, Innen und Außen, zwischen Vergangenheit und Gegenwart, aufheben.
Wir freuen uns, dass mit der Anthologie-Reihe „verbunden sein“ indigene Stimmen einen Platz auf der Klimabuchmesse finden. Der Verlag w_orten & meer startete im Herbst 2024 mit dieser neu übersetzten Reihe zum Verbunden Sein mit allem Lebendigem. Nun erscheint mit „wesen verbunden sein“ der dritte Band mit namhaften Herausgeber*innen wie Robin Wall Kimmerer, Direktorin des Center for Native Peoples and the Environment, der Wissen Indigener Völker mit moderner Umweltwissenschaft verbindet. Lann Hornscheidt, im Verlag verantwortlich für die Reihe, vertritt sie auf dem Podium.
Moderation: Almut Petschauer (Klimabuchmesse)

Sebastian 23 bzw. Sebastian Rabsahl, ist Bestsellerautor, Poetry Slammer, studierter Philosoph und Gitarrist. Seit 2000 begeistert er auf den Poetry-Slam-Bühnen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, gewann 2008 bei den deutschsprachigen Poetry-Slam-Meisterschaften in Zürich den Meistertitel im Einzelwettbewerb und erhielt 2023 den »Alfred-Müller-Felsenburg-Preis für aufrechte Literatur«.

Leonhard F. Seidl ist Schriftsteller, Journalist, Dozent für Kreatives Schreiben und Nature Writer. Er lebt in Fürth und ist Autor von sechs Romanen, zahlreichen Kurzgeschichten, Kommentaren, Essays u. a. in taz und Süddeutsche Zeitung. Er hat zahlreiche Preise und Stipendien erhalten, zuletzt den Kulturpreis der Stadt Fürth (2022) und war in vier Nationalparks in Deutschland, Österreich und Tschechien Nature Writer in Residence.

Lann Hornscheidt schreibt und verlegt Bücher, forscht und workshopt zum diskriminierungsfreien Verbunden-Sein von Menschen untereinander, mit anderen Lebewesen und der nicht-menschlichen Natur. Die Mensch-Natur-Verbindung bildet einen Schwerpunkt des Verlags, der Diskriminierungsstrukturen umfassend denkt. Lanns letzte Veröffentlichung dazu „Lebendig sein. Kapitalismus die Grundlage entziehen“ (w_orten&meer) hat 2025 den Deutschen Verlagspreis erhalten.

Eintritt frei

Eine Veranstaltung der Klimabuchmesse im Rahmen von Leipzig liest.

Die Veranstaltung findet im Deutschen Buch- und Schriftenmuseum der Deutschen Nationalbibliothek, Deutscher Platz 1, 04103 Leipzig statt. Hier gibt es eine Übersicht zur Anreise.

Zu den Büchern:

Der Ton ist rauer geworden, die Debatte teilweise vergiftet, Aggressionen wachsen. Auch eine zunehmende Verrohung der Sprache führt dazu, dass die Grenzen des Sagbaren immer weiter verschoben werden. Das neue Buch von Sebastian 23 – der als @mondschaf auf instagram seine über 120.000 Follower*innen nahezu täglich mit teils scharfen und immer humorvollen Beiträgen versorgt – macht deutlich, dass jede und jeder Einzelne gebraucht wird, dass wir es nicht anderen überlassen dürfen, die schwierige Situation zu meistern. Dass es gerade jetzt den respektvollen Diskurs mit Andersdenkenden braucht, das Ringen um ein Miteinander trotz aller Gegensätze.

Es ist notwendig, sich in die aktuellen gesellschaftlichen Debatten einzumischen, Demokratie und Menschenwürde aktiv zu verteidigen. Dabei spielt ein humanes Menschenbild eine entscheidende Rolle. Es geht um echtes Teilen, um Mitgefühl und Nächstenliebe.

Das Buch enthält scharf geschliffene Poetry-Slam-Texte und Essays des politisch engagierten Poeten aus dem Ruhrpott.

Sebastian 23: Zusammenhaltestelle. Die Kraft des WIR. bene!
129 Seiten, 18 Euro, ISBN: 978-3-96340-367-5

Während zahlreicher Aufenthalte in Nationalparks und anderen Orten großer natürlicher Schönheit entstanden Leonhard F. Seidls Erzählungen und Essays. In ihnen verwebt er die Geschichten der jeweiligen Regionen mit seinen eigenen Erlebnissen und Empfindungen. Der Mythos von Alkyon erzählt ihm von der Witwe, deren Trauer um ihren ertrunkenen Mann sie selbst ins Meer trieb, wo die Götter beide in Eisvögel verwandelten. Seidl begegnet seinem Eisvogel im österreichisch-tschechischen Nationalpark Thayatal / Podyjí an der Grenze des einstigen »Eisernen Vorhangs«. Und er sitzt auf dem Schwemmholzstapel im Taubertal, wo Schandtauber und Tauber sich vereinen. Dort heben sich die Grenzen zwischen den Staaten, Innen und Außen, zwischen Vergangenheit und Gegenwart auf.

Leonhard F. Seidl: Beim Anschüren des Eisvogels Nature Writing oder vom Schreiben aus dem Gelände, Killroy Media, 120 Seiten, 19 Euro, ISBN: 978-3-931140-73-1

Band 3 der Reihe fokussiert artenübergreifende Verbundenheit. Wie wird unser Verständnis davon, welche Lebewesen wir als verwandt ansehen, von unseren kulturellen und gesellschaftlichen Normen, von Traditionen, Erzählungen und Mythologien geprägt? Wie verstellen westliche Werte auch den Blick für Indigenes Wissen? Auch dieser Band versammelt führende Denk*erinnen, Aktiv*istinnen und Praktik*erinnen, die in Essays, Erzählungen, als Sachtext und Poesie ausformulieren, was es bedeuten kann, das eigene Wahrnehmen und Fühlen von westlichem Denken zu dekolonisieren.

Berührend, differenziert, sprachlich innovativ und grundlegend transformierend! Ein Buch zum Nachdenken.

Gavin Van Horn (Hg.), Robin Wall Kimmerer (Hg.), John Hausdoerffer (Hg.), Robin Wall Kimmerer:
Band 3: wesen verbunden sein. Essays, Poesie, Nachdenkliches und Inspirierendes zum Sich-Verbinden mit allem Lebendigen unserer lokalen Bioregion.
w_orten & meer, 200 Seiten, 21 Euro, ISBN 978-3-945644-49-2

Wir sind ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Leipzig, der die Klimabuchmesse ehrenamtlich auf die Beine stellt. Wir sind nicht kommerziell und bringen eine großen Portion Liebe zu Büchern und einer klimagerechten Zukunft mit. Dafür benötigen wir jedoch finanzielle Unterstützung. Bitte hilf uns mit einer Spende, damit wir allen Interessierten auch weiterhin eine spannende Klimabuchmesse anbieten können.