Do, 19.3.26, 13–14 Uhr, Stand des UNIBUND auf der Leipziger Messe, Halle 2, Stand C301
Unsere Gesellschaft ist vielfältig – und genau die unterschiedlichen Einstellungen und Typen machen den Unterschied im Streit um Klima, Demokratie und Zusammenhalt. Die Veranstaltung stellt vor, in welche verschiedenen Gruppen soziologische Studien die Bevölkerung einteilen, wenn es um gesellschaftlichen Wandel geht. Gleichzeitig wecken wir Hoffnung auf einen gemeinsamen Weg zu einem gerechten Wandel.
Linda von Faber gibt einen Impuls zum Buch „Der neue sozial-ökologische Klassenkonflikt“: Basierend auf einer repräsentativen Umfrage teilen sie und ihre Co-Autoren die deutsche Bevölkerung in verschiedene Mentalitäten ein, die sich drei größeren Spektren zuordnen lassen. Die Spektren unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Einstellungen zu Fragen des sozial-ökologischen Wandels. Zudem zeichnet das Buch zentrale Konfliktdimensionen der Transformation nach, die sich aus Überlagerungen von Mentalitäten und sozialer Struktur ergeben und auf einen neuen, sozial-ökologischen Klassenkonflikt schließen lassen.
Nils Teichler und Jakob Hartl stellen den „Zweiten Zusammenhaltsbericht“ des Forschungsinstituts Gesellschaftlicher Zusammenhalt vor: Der Bericht identifiziert auf Basis einer groß angelegten repräsentativen Studie fünf soziologische Klimatypen mit unterschiedlichen Einstellungen zum Klimawandel und Klimaschutz sowie Sorgen um die Folgen von Klimapolitik. Die Analyse zeigt, wo Potenziale für ein neues Wir-Gefühl liegen und wie der sozial-ökologische Wandel gelingen kann, wenn der gesellschaftliche Zusammenhalt gestärkt wird.
Das anschließende moderierte Gespräch vertieft den Blick auf die beiden soziologischen Analysen der deutschen Bevölkerung. Wir erkunden, welche Parallelen zwischen den unterschiedlichen Mentalitäten und Typen bestehen und welche Rolle die regionale Zugehörigkeit spielt. Außerdem diskutieren wir, wie die Erkenntnisse für eine mehrheitsfähige Klimapolitik genutzt werden können und wie wir aus unserer vielfältigen Gesellschaft ein motivierendes Bündnis für eine gerechtere Zukunft bilden.
Moderation: Dr. Antje Nolting
Linda von Faber ist Industriedesignerin und Soziologin und studiert seit April 2023 an der Friedrich-Schiller-Universität Jena Soziologie im Master. Sie war von 2022 bis 2025 wissenschaftliche Assistentin in der BMBF-Nachwuchsforschungsgruppe „Mentalitäten im Fluss (flumen)“.
Dr. Nils Teichler ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und Koordinator für die Berichterstattung am Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ) an der Universität Bremen. Nach dem Studium der Sozialwissenschaften hat er über individuelle Folgen von befristeten Arbeitsverhältnissen und Arbeitsplatzunsicherheit promoviert. In seiner Forschung untersucht er, wie sich Armut und Arbeitsplatzunsicherheit auf politische Entfremdung und gesellschaftlichen Zusammenhalt auswirken können.
Dr. Jakob Hartl ist Postdoc und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Teilinstitut Halle des FGZ. Nach dem Studium der Soziologie an der Universität Wien forschte er am Institute for Advanced Studies Vienna und an der University of Bristol, wo er zur politischen Relevanz von Prekaritätserfahrungen junger Menschen promoviert hat. Zuletzt arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Soziologie der Universität Halle-Wittenberg im Arbeitsbereich Sozialstrukturanalyse.
Diese Veranstaltung findet in Kooperation mit dem UNIBUND statt.

Eine Veranstaltung der Klimabuchmesse im Rahmen von Leipzig liest.
Die Veranstaltung findet am Stand des UNIBUND auf der Leipziger Messe, Halle 2, Stand C301 statt. Hier gibt es eine Übersicht zur Anreise.
Zu den Büchern:

Wie lässt sich angesichts der krisenhaften sozialen, politischen und ökologischen Herausforderungen der Gegenwart die gesellschaftliche Konfliktlage verstehen, aus der der Aufstieg der AfD, die Bauernproteste oder der Streit um Klimaaktivismus hervorgehen? Auf der Grundlage einer repräsentativen Bevölkerungsbefragung stellt das Buch eine empirisch fundierte soziologische Basis zur Beantwortung dieser Frage vor und vermeidet dabei vereinfachende Lesarten einer zunehmenden Polarisierung einerseits oder eines weitgehend intakten Konsenses andererseits. Die Autor:innen untersuchen die mentalen und sozialstrukturellen Gegensätze innerhalb der deutschen Gesellschaft, die die gegenwärtigen gesellschaftlichen Auseinandersetzungen um die sozial-ökologische Transformation prägen, und diagnostizieren einen neuen, sozial-ökologischen Klassenkonflikt. Das Buch zeichnet ein detailliertes Bild der Auseinandersetzung um sozial-ökologische Transformation in der deutschen Bevölkerung.
Der neue sozial-ökologische Klassenkonflikt. Mentalitäts- und Interessengegensätze im Streit um Transformation. Dennis Eversberg, Martin Fritz, Linda von Faber, Matthias Schmelzer. 221 Seiten, Campus. 34 EUR. Kostenloses E-Book hier erhältlich.

Beim vorliegenden Bericht handelt es sich um den zweiten Zusammenhaltsbericht des Forschungsinstituts Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ). Die Reihe der Zusammenhaltsberichte informiert auf Grundlage der im FGZ erhobenen Daten eine interessierte Öffentlichkeit über zentrale Befunde und Analysen zum gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland. Die Berichterstattung zum gesellschaftlichen Zusammenhalt wird am Forschungsdatenzentrum des FGZ (FDZ-FGZ) koordiniert. Der zweite Zusammenhaltsbericht präsentiert Analysen auf Basis der vier großen Dateninfrastrukturen des FGZ: German Social Cohesion Panel (SCP), RISC Regional Panel (RegPan), Qualitatives Panel (Quali Panel) und Social Media Observatory (SMO). Am zweiten Zusammenhaltsbericht waren über 20 Wissenschaftler:innen aus sieben Standorten am FGZ beteiligt.
(Quelle: Editorial des Berichts)
Teichler, Nils, Groh-Samberg, Olaf & Gerlitz, Jean-Yves (Hrsg.) (2025). (Un)mögliche Transformation? Gesellschaftlicher Zusammenhalt und Einstellungen zum Klimawandel in Deutschland. Zweiter Zusammenhaltsbericht des Forschungsinstituts Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ). Leipzig: Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt. 140 Seiten. Online hier zu finden.
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