Buch "CLEO" auf einem Rucksack liegend

„Cleo – Wie ich aus Versehen die Welt rettete“ ist ein humorvolles Plädoyer für jugendliche Selbstwirksamkeit im Kampf um die Zukunft. Die Geschichte über Cleos Weg von der Influencer-Bubble in die Wald-Wildnis ist für Jugendliche ab 12 Jahren verfasst. Sie nimmt allerdings auch Jüngere (ab circa neun Jahren) mit. Denn sie holt die jungen Lesenden da ab, wo sie sind – in einer Welt voller Probleme und Krisen, die vordergründig im Handy und auf Social Media stattfindet, die einen aber immer wieder in der Realität einholt. Ein Buch, das zeigt, dass man manchmal erst das Handy weglegen muss, um die Welt (und sich selbst) wirklich zu sehen und zu ändern.

Cleo ist eine Hauptperson, die man so schnell nicht vergisst: Eine selbstbewusste, leicht arrogante und etwas überzeichnete junge Influencerin, die in ihrem eigenen Labor an der perfekten Creme forscht. Als „Papas Liebling“ ist sie es gewohnt, dass ihr jeder Wunsch erfüllt wird – bis ihr Mitschüler Hugo, der „Weltverbesserer“ der Klasse, eine unangenehme Wahrheit ausspricht: Cleos Vater und seine Firma sind maßgeblich an der Zerstörung des Regenwaldes beteiligt. Was folgt, ist kein plötzlicher moralischer Läuterungsprozess, sondern ein genialer Erpressungsplan. Cleo will ihren Vater dort treffen, wo es ihm – wahrscheinlich – am meisten weh tut, um ihn zur Änderung der Firmenpolitik zu zwingen. Gemeinsam mit Hugo taucht sie im heimischen Wald unter. Doch die „Waldwildnis“ hält für eine verwöhnte Influencerin ohne Handy andere Herausforderungen bereit als ein perfekt ausgeleuchtetes Video im Social-Media-Post.

Dass die Autorin Anne Gröger ursprünglich Drehbuch studiert hat, merkt man dem Buch an. Die Dialoge der Jugendlichen sind authentisch, das Tempo hoch und der Schreibstil witzig. So können selbst Lesemuffel bei der Stange gehalten werden. Die Figur der Cleo ist zwar manchmal albern und ich-bezogen, doch Gröger schafft es, dass die Fassade der Influencer-Selbstverliebtheit bröckelt und man dahinter blicken kann: Wir begegnen einem verletzbaren jungen Menschen, der um die Anerkennung des Vaters ringt und lernen muss, dass die Welt sich nicht nur um den eigenen Social-Media-Account dreht.

Auch das Ende des Romans ist interessant und regt wahrscheinlich auch zur Diskussion an, es soll hier aber nicht verraten werden. Denn der Schluss ist ein guter Aufhänger für den Unterricht: Wie kann man wirklich Einfluss auf Politik und Wirtschaft nehmen? Reicht ziviler Ungehorsam? Braucht es Netzwerke, tausende Social-Media-Follower oder geht es nur mit privaten Verbindungen?

Der Kinder- und Jugendroman „Cleo“ thematisiert den Einfluss von Influencern und Social Media quasi nebenher. Dabei wird ein Spagat gemacht zwischen leichter Unterhaltung und den großen Fragen über die Zukunft unserer Erde für die Kinder und Jugendlichen und dazu, wie sie darauf Einfluss nehmen können.

Rezensiert von Inger Holndonner.

„CLEO – Wie ich aus Versehen die Welt rettete“ von Anne Gröger, DTV, 2025. 240 Seiten, , ISBN: 978-3-423-44782-9

„CLEO“ wird auf der Klimabuchmesse 2026 im Rahmen des Schulprogramms präsentiert.

Hier geht es zur Leseprobe.

Weitere Klimabuch-Tipps findest du in unserer Klimabuchliste.