
Auf, lasst uns gemeinsam Zukunft träumen!
Es ist klirrend kalt auf meinem Balkon. Ich bin in Decken gehüllt und der Morgen schillert in dramatischen Farben. Der Herbst ist längst da und ich lese die letzten Seiten der KLIMAZUKÜNFTE 2050 mit klammen Fingern. Die Autorin der letzten Geschichte war gerade mal 16 Jahre, lese ich beeindruckt auf der nachfolgenden Seite mit den Infos zur Verfasserin des Textes. Ich bin berührt, ergriffen!
Es sind die KLIMAZUKÜNFTE 2050 ein kleiner Band mit den Texten der 12 Preisträger:innen des 2. KLIMAZUKÜNFTE -Preises. Der Preis will uns zum Nachdenken über unsere Zukunft anregen! Wenn das mal nicht zur Klimabuchmesse passt und unserem Motto: „Geschichten, die Lust auf Zukunft machen“. Und so verwundert es auch nicht, dass im Rahmen der Klimabuchmesse 2023 die Preisverleihung des ersten KLIMAZUKÜNFTE 2050-Wettbewerbs ausgelobt wurde.
Ein Preis, der uns Zukunft träumen lassen will
2022 wurde der Literaturwettbewerb von Fritz Heidorn und Sylvia Mlynek ins Leben gerufen. Das Ziel: möglichst viele Menschen dazu zu bringen, über unsere Zukunft nachzudenken, egal wie alt sie sind und egal wie viel schriftstellerische Vorerfahrung sie mitbringen. Sie wollen Menschen motivieren, ihre Ideen von der vor uns liegenden Zukunft in Worte zu fassen, sich mit den kommenden Veränderungen konstruktiv auseinanderzusetzen. Wie könnte das Leben nach 2050 aussehen?
Leise, scheu positive Visionen
Viele der prämierten Texte ringen mit der Zukunft und nicht jeder Text beginnt hoffnungsvoll. Und doch sind alle Autor:innen auf der Suche, mühen sich, wollen nicht aufgeben. Das springt mir beim Lesen immer wieder entgegen und doch habe ich das Gefühl, die Schreibenden werden von irgendwas gebremst. Wäre es etwa verrückt, unrealistisch, gar „utopisch“, wenn es 2050 auch einfach gut werden würde? Wenn wir es geschafft hätten, wenn wir statt der „Letzten Generation“ heute die „Erste Generation“ sein könnten, die es geschafft hat, ein gutes und zugleich nachhaltiges Leben zu führen und zwar so, dass auch die Generationen nach uns ein gutes Leben führen können.
Literatur – ein riesiger Ideenpool
Ich bin beeindruckt und berührt von den Texten, oft bin ich erstaunt, wie jung einige der Autor:innen sind. Kim Stanley Robinson hat Recht in seinem Nachwort mit der Einschätzung:
„Eine andere Perspektive einzunehmen, kann Sie verblüffen und sogar ungläubig machen, aber es ist hilfreich, es trotzdem zu versuchen.“ Kim Stanley Robinson
Ich habe 12 neue Perspektiven kennengelernt. Da waren kürzere und längere Beiträge dabei, Gedichte, Gedankenfetzen, ich bin auf dem Mars gewesen und ich war dabei beim Erfüllen eines letzten Wunsches dabei. Ich habe Verzweiflung, Ringen um Menschlichkeit, Gemeinschaft und das Überwinden der eigenen Vergangenheit miterleben dürfen. Ich habe Menschen in der Hitze schwitzen, in den Fluten fast ertrinken gesehen und ihnen über die Schulter geschaut, beim Aufbauen ganz neuer, nachhaltiger Gemeinschaften. Ich habe Erinnerungen an das Schwimmen im Wasser und das Leuchten der Farben erleben dürfen und bin der Zukunft begegnet.
In Text gegossene Hoffnung
Anne Weiss, eine des der Jury-Mitglieder, die alle über 300 eingereichten Texte gelesen hat, beschreibt es so, sie habe „alle in Text gegossene Hoffnung, alle in Worte gehüllte Ängste, alle mit Forschungsergebnissen untermauerte Zeilen“ gelesen und mit den anderen Jury-Mitgliedern besprochen. Was für ein bereicherndes Geschenk, denn
„Erst im Strom der Ideen und Gedanken entstehen erlebbare Zukünfte und realistische Träume.“ Anne Weiss
Damit spricht mir Anne Weiss aus der Seele und daher bin ich auch so begeistert von diesem Preis und dem Band.
KLIMAZUKUENFTE 2050. Wie werden wir leben? Hirnkost Verlag, 2025. 242 Seiten. ISBN 978-3-98857-132-8
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Klimazukünfte2050 war mit „Slammen for Future“ 2023 schon mal bei der Klimabuchmesse.
Rezensiert von Almut
